Erste Regensburger Bierdeckelmeisterschaft
Caritas-Marienheim: Demenzkranke erinnern sich an frühere Zeiten
deckelmeisterschaft im Caritas Marienheim.
Die bayerische Wirtshauskultur lebt. Auch und ganz besonders im Caritas-Alten- und Pflegeheim Marienheim in der Ostengasse. In diesem Jahr hat dort eine Bierdeckelmeisterschaft stattgefunden, wohl die erste dieser Art in Regensburg. Zahlreiche Bewohnerinnen und Bewohner kamen in die Heimstube, wo eine deftige bayerische Brotzeit, dazu ein Bier und viele „Bierfilzln“ auf sie warteten. Und erstaunlich: Verschiedene Geschicklichkeitsspiele weckten bei vielen zum Teil demenziell erkrankten Bewohnern die Erinnerungen an frühere Erlebnisse. Einige bauten erfolgreich Häuschen, andere trafen beim Bierdeckelwerfen ins Schwarze. Wieder Andere bewiesen sich als Meister im Bierdeckel Hochschnalzen. Dazu gab es noch zünftige Musik von Hausmeister Franz Waldherr.
Waldherr sorgte für die zünftige Atmosphäre.
„Der Wettbewerbscharakter sollte alle zum Mitmachen anregen“, sagte Betreuerin Ingrid Schiller. Sie unterstützt als zusätzliche Betreuungskraft das vorhandene Personal. Schiller ist speziell eingesetzt für die Betreuung demenzkranker, psychisch kranker und geistig behinderter Pflegeheimbewohner. „Besonders ruhige Mitbewohner tauten plötzlich auf, wurden gesprächig und lebendig, sobald man ihnen die Bierdeckel in die Hände legte und sie damit probieren ließ“, sagt sie. Gleichzeitig würden Reaktionsgeschwindigkeit, Konzentration, Zielgenauigkeit und motorische Sicherheit, schon lange verschüttet geglaubte Fähigkeiten der älteren Menschen aktiviert und trainiert. Und der Spaß war so groß, dass Heimleiterin Ingeborg Helgerth versprechen musste, im nächsten Jahr wieder eine Regensburger Bierdeckelmeisterschaft zu veranstalten.

